Arbeitsschutzmanagement und Gesundheitschutz

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Hier erfahren Sie alles über Arbeitsschutzmanagement und betrieblichen Gesundheitsschutz. Wir definieren, worum es sich bei diesen Begriffen eigentlich handelt, die geschichtliche Entwicklung und die erörtern die verschiedenen Regularien auf welchen Arbeitsschutzmanagement und der Gesundheitsschutz fußen.

Im Zusammenhang mit Arbeitsschutzmanagement spricht man auch oft von Arbeitssicherheit (ASI). Arbeitssicherheit ist allerdings vielmehr ein Ziel. Der korrekte Begriff zur Umschreibung der (Management-)Disziplin welche sich mit Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit beschäftigt lautet Arbeitsschutzmanagement.

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Was bedeutet Arbeitsschutzmanagement, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

"Unter Arbeitsschutz versteht man das Verhüten von Unfällen!"

"Gesundheitsschutz ist die Verhütung von Berufskrankheiten sowie Minimierung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren!"

Nach einem Übereinkommen mit der ILO (International Labour Organisation) umfasst dies auch psychische Faktoren.

Geschichtliche Entwicklung des Arbeitsschutzmanagement (ASM)

Die ersten zaghaften Ansätze von einem methodischen Arbeitsschutz / Gesundheitsschutz gehen auf das Jahr 1785 zurück und sind mit der Einführung der Dampfmaschine in der Textilindustrie in England verbunden. Ab 1800 setzte sich auch in Deutschland besonders im Rheinland die Industrialisierung durch. Todesfälle, verheerende Unglücke waren an der Tagesordnung. Dies brachte viel Leid und Schmerzen über die Menschen. Die Explosion eines Brauereikessels führte 1866 zur Gründung des ersten "Dampfkesselüberwachungsverein Baden".

1883 kommt es dann zur Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF, gültig bis 2002). 1884 wurde das Unfallversicherungsgesetzt unter Otto von Bismarck erlassen. Damit wurde die zweite Säule der deutschen Sozialversicherung geschaffen.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert wurden die grundlegenden Inhalte des Arbeitsschutzrechts geschaffen und ausgebaut. 1972 Arbeitssicherheitsgesetz: Einführung von Sicherheitsfachkräften und Betriebsärzten sowie Arbeitsschutz-Ausschüsse in Betrieben. 1986 tritt das Gerätesicherheitsgesetzt in Kraft, welche eine Verpflichtung zu sicheren Geräten gleichkam. 1989 kam die erste Rahmenrichtlinie zum Arbeitsschutz durch die EG (RL 89/391/EWG). Diese wurden durch die Maschinenrichtlinie der EG (auch 1989) ergänzt (RL 89/392/EWG). Bestandteil dieser Richtlinie war auch eine Gefährdungsanalyse.

1996 Arbeitsschutzgesetz: Pflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Wichtige staatliche Vorschriften zum Arbeitsschutzmanagement und Gesundheitsschutz im Überblick

Arbeitsschutzmanagement Gesetze
Abb. I: Arbeitsschutz unter einem Dach

Das betriebliche Arbeitsschutzmanagement und der betriebliche Gesundheitsschutz sind nicht in einem einzelnen Gesetz verankert sondern die einzelnen Vorschriften verteilen sich über eine Fülle von Gesetzen und Regularien. Hier die Wichtigen:

  • Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)
  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
  • Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG)
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
  • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
  • Verordnungen zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSGV)
  • LärmVibrationsArbSchV
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
  • Baustellenverordnung (BaustellV)
  • Arbeitsmedizinische Vorsorge (ArbMedVV)
  • Berufskrankheitenverordnung (BKV)
  • Strahlenschutzverordnung, Röntgenverordnung

Wichtige BG-Vorschriften zur Arbeitssicherheit im Überblick

Daneben gibt es eine Fülle von relevanten BG-Vorschriften (alt: Unfallverhütungsvorschriften, UVV):

  • BGV A 1 – Grundsätze der Prävention
  • BGV A 2 – Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit
  • BGV A 3 – Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
  • BGV A 4 - Arbeitsmedizinische Vorsorge
  • BGV A 8 - Sicherheits- und Gesundheitskennzeichnung am Arbeitsplatz
  • BGV C 22 – Baustellen
  • BGV D 6 – Krane
  • BGV D 27 – Flurförderzeuge (Gabelstapler)
  • BGV D 34 – Verwenden von Flüssiggas
  • BGV D 36 – Leitern und Tritte

Qualitätsauditor Reinhold KaimIntegrieren Sie in Ihre Organisation Arbeitssicherheit und Qualitätsmanagement an den richtigen Stellen und sorgen Sie so für sichere Qualität!

Als EOQ Quality Auditor  und Fachkraft für Arbeitssicherheit - beides mit langjähriger Berufserfahrung, möchte ich Ihnen hier exklusiv mehr zum Thema Integration Arbeitssicherheit, Arbeitsschutzmanagement  und Qualitätsmanagement sowie deren Verknüpfung erzählen.

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Was das alles kostet … ! So lautete die Antwort des Lagermeisters eines mittelständischen Unternehmens auf die Frage, was das Unternehmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit tut. Was kostet es, falls das Unternehmen nichts bzw. zu wenig tut, muss die Fragestellung richtigerweise lauten. Laut den Ergebnissen der Betriebsrevisionen des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit tauchen in Betrieben bis zu einer Größenordnung von ca. 100 Beschäftigten die meisten Probleme der Nichtbeachtung von Arbeitsschutzvorschriften auf (Quelle: sozialnetz.info/ca/ud/sfh/). Eine Ermittlung der Berufsgenossenschaften, was ein Arbeitsunfähigkeitstag eines Mitarbeiters kostet, ergab eine Spannbreite zwischen 50,- € in der Landwirtschaft, 126,- € im produzierenden Gewerbe und 256,- € in Unternehmen in den Bereichen Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen. Bei einer durchschnittlich errechneten Arbeitsunfähigkeit durch Unfälle von 11,6 Tagen je Arbeitnehmer ist hier, also gerade für kleine und mittelständische Organisationen, ein enormes Kosteneinsparpotenzial vorhanden. Falls Sie ein Qualitätsmanagement nach ISO 9001 betreiben ist die Integration der Arbeitssicherheit relativ unkompliziert möglich. Die Frage ist nur: Gewusst wie und wo?! Nachfolgender Text liefert Ihnen Antworten.

QUALITÄT ODER ARBEITSSICHERHEIT - EIN ODER ZWEI PAAR STIEFEL?

Führt eine höhere Arbeitssicherheit zu besserer Qualität oder führt ein höheres Qualitätsniveau viel mehr zu höherer Arbeitssicherheit? Wieder eine dieser Fragen, die uns nicht weiter bringen, auf deren Beantwortung wir getrost verzichten können. Die Erfahrung mit integrierten Managementsystemen zeigt glasklar: Durch die kontinuierliche Anpassung der Arbeitsprozesse an die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Menschen unter Berücksichtigung der Ergonomie und Arbeitssicherheit entsteht eine neue, verbesserte Qualität der Arbeitsleistung und direkt auch der Produkte. Das bedeutet, die Faktoren Ergonomie, Arbeits- und Gesundheitsschutz spielen im Qualitätsmanagement sehr wohl eine wichtige Rolle, wie die DIN EN ISO 9001 im Kapitel 6 - vor allem in einer Anmerkung - darlegt:
6.4 Arbeitsumgebung
Die Organisation muss die Arbeitsumgebung ermitteln, bereitstellen und aufrechterhalten, die zum Erreichen der Konformität mit den Produktanforderungen erforderlich ist.
ANMERKUNG Die Benennung „Arbeitsumgebung“ bezieht sich auf diejenigen Bedingungen, unter denen die Arbeit ausgeführt wird, einschließlich physikalischer, ökologischer und anderer Faktoren (z.B. Lärm, Temperatur, Feuchtigkeit, Beleuchtung oder Wetter).

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DARUM SOLLTEN SIE QM UND ARBEITSSICHERHEIT IN EINEM MANAGEMENTSYSTEM INTEGRIEREN

Das Stichwort zur Begründung dieses Appells lautet „Synergien“. Nachweislich entstehen Wettbewerbsvorteile da, wo das Management nicht auf Insellösungen setzt, sondern die „Boni“ eines ganzheitlichen Systems nutzt:
- Bonus 1: Transparenz und Systematik.
Bei der Definition und Optimierung von Prozessen werden Einflussfaktoren umfassender berücksichtigt.
- Bonus 2: Mittelfristige Senkung der Kosten.
Durch einen insgesamt höheren Sicherheitsstandard können Ausfallzeiten und Unfallzahlen wirksam gesenkt werden.
- Bonus 3: Mittelfristig mehr Planungssicherheit.
Durch weniger unerwartete Personalausfälle durch Krankheit oder Unfall erhöht sich die Termintreue dem Kunden gegenüber.
- Bonus 4: Mittelfristig höhere Rechtssicherheit.
Gesetzliche Forderungen können auf Grund der professionellen Herangehensweise konsequenter umgesetzt und besser nachvollzogen werden.
- Bonus 5: Motiviertere Mitarbeiter und damit bessere Produkte und Dienstleistungen.
Alle Mitarbeiter im Betrieb werden über die Präventionsziele informiert und wirken beim Erreichen der Ziele mit.
- Bonus 6: Steigerung des Unternehmens-Image.
Eine gute Presse durch Produktqualität und Unfallfreiheit steigert das Vertrauen von Kunden, Lieferanten und Geldgebern in das Unternehmen.

INTEGRATION IST NICHT GLEICH INTEGRATION – DIES SOLLTEN SIE BEACHTEN

Die formale Basis einer Integration von Managementsystemen kann, abhängig von den gewählten Strukturen, sehr unterschiedlich in den Ausprägungen sein:
- Häufig werden dem Qualitätshandbuch weitere Arbeitsschutz-Elemente und ggf. Umweltschutz-Elemente hinzugefügt.
- Der Vorteil ist jedoch viel größer, wenn Sie in die einzelnen Kapitel oder Elemente, die die jeweiligen Qualitätselemente repräsentieren (z.B. Basis DIN EN ISO 9001), im Bereich der Verfahrensanweisungen ergänzende Aspekte des Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutzes so zuordnen, dass der Mitarbeiter auf einen Blick über alle relevanten Aspekte informiert ist.

Der analoge Aufbau zu ISO 9001 und ggf. ISO 14001 erleichtert Ihrem Unternehmen, falls Sie bereits mit diesen Managementsystemen arbeiten, die Integration wesentlich.
Die nachfolgende Tabelle zeigt Ihnen die wesentlichen Anknüpfungspunkte der Arbeitssicherheit:

Vergleich Qualitätsmanagement & Arbeitsschutzmanagement

SO WIRD IHR ARBEITSSCHUTZMANAGEMENT GESETZESKONFORM

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Der Gesetzgeber gibt Unternehmen im Arbeitsschutz dezidierte, eindeutige Anweisungen.
Nachfolgend finden Sie beispielhaft einige unabdingbare Vorgaben:
- Ihre Organisation muss Arbeitsschutz als umfassende und präventive Managementaufgabe begreifen.
- Ihre Organisation muss sich eine Arbeitsschutzpolitik vorgeben und daraus messbare Arbeitsschutzziele ableiten.
- Ihr Management muss Ihre Mitarbeiter am Arbeitsschutz beteiligen und die Kommunikation bestehender gesundheitlicher Risiken und ihrer Ursachen sicherstellen.
- Ihre Organisation muss im Rahmen der Aufbauorganisation die Zuständigkeiten und Befugnisse im Arbeitsschutz festlegen und die Arbeitsschutzpflichten auf dafür zuständige Mitarbeiter übertragen.
- Ihre Organisation muss im Rahmen der Ablauforganisation die notwendigen Arbeitsschritte, mit denen die gestellten Aufgaben und Ziele des Arbeitsschutzes erreicht werden können, beschreiben.
- Ihre Organisation hat dafür zu sorgen, dass Verfahrensabläufe sowie die konkreten Arbeitsbedingungen stetig verbessert werden.
- Ihr Management hat den Stand der Arbeitssicherheit zu beurteilen und die Entwicklung des Arbeitsschutzes ständig zu überprüfen und zu bewerten.

Ich hoffe doch sehr, dass diser Artikel für Sie hilfreich war! Hier veröffentliche ich reglemäßig meine Themen.

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Viele Grüße, Ihr Reinhold Kaim!


Vorlagen Arbeitsschutzmanagement

Vorlagen und Checklisten

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